Vereinschronik


  1. Feuerschutzpolizeiliche Bestimmungen gab es schon so lange wie menschliche Siedlungen. Alle Vorkehrungen gegen Feuergefahr waren schon seit ältester Zeit sehr streng, da ja auch die Feuergefahr in früheren Zeiten infolge der leicht feuergefährlichen Bauweise aus Holz und Stroh weit aus größer war als heute. Zudem waren auch die Mittel zur Bekämpfung von ausgebrochenen Bränden mehr als gering. Um einigermaßen gegen Ausbruch von Bränden geschützt zu sein, waren strenge Maßnahmen notwendig. In der Brander Gemeindeordung aus den Jahren 1557, 1593 und 1709 sind diese eingehend beschrieben. Zweimal im Jahr hatten "die Feuerbeschauer" die Feuerstätten zu überprüfen und zudem mehrmals unverhofft nachzusehen, ob nicht andere verbotene Zustände herrschten.

    In seiner mehr als 900-jährigen Geschichte hat unser Ort mehrere Brandkatastrophen erlitten. Bei Ausbruch eines Brandes hatte die gesamte Bevölkerung sofort am Brandplatz zu erscheinen. In der Regel beschränkte man sich auf die Rettung der gefährdeten Nachbargebäude, und man dankte Gott, wenn man dieses Ziel erreichen konnte. Zweimal wurde der Ort vollständig eingeäschert, 1552 im zweiten Markgrafenkrieg und im 30-jährigen Krieg.

    Bereits 1853, also 24 Jahre vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, wurde in Brand eine "Feuerspritze" angeschafft und im Jahre 1875 durch eine bessere ersetzt. Diese Geräte wurden in Brand von einer Pflichtfeuerwehr betreut, die mit fast gleicher Ordnung und Führung wie eine Freiwillige Feurwehr arbeitete.

    Am 04.Oktober 1877 gründeten Bürger der Gemeinde Brand die "Freiwillige Feuerwehr"!

    Es war ihr erklärtes Ziel, ihren Heimatort vor Feuersnot und anderen Gefahren zu schützen und stets ihren Mitbürgern und Nachbarn Hilfe zu leisten.

    Von dieser Zeit an sind alle Kommandanten namentlich bekannt:

    • Friedrich Leibold, erster Kommandant (Pflichtfeuerwehr)
    • Michael Gottschalk, Brauereibesitzer - ab 1877
    • Johann Horlamus, Drechslermeister - ab 1887
    • Georg Langfritz, Landwirt - ab 1889
    • David Dorn, Landwirt - ab 1892
    • Georg Bayer, Landwirt u. Gastwirt - ab 1898
    • Johann Horlamus, Drechslermeister - ab 1901
    • Georg Friedrich, Landwirt - ab 1906
    • Johann Göring, Landwirt - ab 1913
    • Hans Albrecht, Brauereibesitzer - ab 1914
    • Georg Friedrich, Landwirt - ab 1915
    • Leonhard Engelhardt, Zimmermann - ab 1921
    • Georg Hofmann, Landwirt - ab 1926
    • Christoph Leibold, Landwirt - ab 1929
    • Fritz Neuner, Zimmerpolier - ab 1940
    • Lorenz Held, Kaminkehrermeister - ab 1960
    • Gerhard Bleisteiner, Maschinenschlosser - ab 1968
    • Franz Elm, Bezirksschornsteinfegermeister - ab 1980
    • Uwe Herberger, Hausmeister - seit 1997
    • Rainer Rauh, hauptamtlicher Feuerwehrmann - seit 2017

    Die Freiwillige Feuerwehr Brand verfügte schon seit ihrer Gründung über eine stattliche Anzahl aktiver Mitglieder. Im Jahre 1904 taten zum Beispiel 36 Feuerwehrmänner ihren Dienst am Nächsten. Lobend zu erwähnen sei auch, dass während des zweiten Weltkrieges, in dem zahlreiche Feuerwehrkameraden an allen Fronten eingesetzt waren, Frauen und Mädchen Feuerwehrdienst leisteten.

    Von den vielen Brandfällen sei hier einer besonders erwähnt:

    Am 30. März 1944 - bei einem Fliegerangriff - entstanden im Ort nicht weniger als 20 Brandherde. Der stark dezimierten Ortswehr gelang es mit Hilfe der Ortsbevölkerung einen großen Teil der Brände erfolgreich zu bekämpfen. Sieben Scheunen, ein Wohnhaus und einige Nebengebäude wurden bei diesem Fliegerangriff ein Raub der Flammen. Die etwa 20 hier im Ort stationierten französischen Kriegsgefangenen setzten sich bei dieser Brandkatastrophe sehr selbstlos ein und verdienten ein besonderes Lob.

    Der Leistungsstand der Wehr, gemessen an Ausrüstung und Ausbildung, ist sehr gut. Im Jahr 1988 wurde unser neues Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Nachwuchsarbeit wird seit 1997 intensiv geleistet. Und auch einige der Brander Damen schlossen sich im Jahr 1999 der Feuerwehr an.

    Im Jahr 2002 durfte die Wehr ihr 125-jähriges Jubiläum mit einem Kommersabend am 20. April und einem schönen Fest vom 07. - 09. Juni feiern.



    Damals wie heute zählt: "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr"

  2. 2006

    Im Jahr 2006 war es endlich soweit. Das neue Fahrzeug, welches bereits zu unserem Jubiläum zur Verfügung stehen sollte, wurde genehmigt und konnte in Auftrag gegeben werden. Ein HLF 20/16 würde bereits zum Jahresende in unser Feuerwehrgerätehaus einziehen. In den Sommermonaten wurde unter der Regie von Wolfgang Elm fleißig gearbeitet, da dieses Auto entsprechend mehr Platz in der Fahrzeughalle in Anspruch nimmt.


    Um die störenden Spinde aus den Weg räumen zu können, musste die Werkstatt weichen. Diese wurde wiederum ins Kommandantenzimmer verlegt, das verkleinert und neu gestaltet wurde. Und weil alle gerade so schön bei der Arbeit waren, wurde das gesamte Feuerwehrhaus einer Generalüberholung unterzogen.

    Überraschenderweise wurde unser Fahrzeug früher fertig. Am 15.11.2006 sollte die Überführung erfolgen. Unser Kommandant und sein Stellvertreter, die Gruppenführer und der Gerätewart machten sich am 14.11.2006 auf den Weg nach Luckenwalde in das Rosenbauer Werk.


    Dort erhielten sie eine gründliche Einweisung und machten sich gegen Mittag des 15.11.2006 auf den Heimweg. Zuhause in Brand wurden sie bereits sehnsüchtig erwartet. An die 100 Feuerwehrler, Ehemalige und Interessierte fanden sich ab 18.00 Uhr an unserem Feuerwehrhaus ein. Um 18.30 Uhr hatte das lange Warten nun endlich ein Ende. Unter Beifall wurde das HLF 20/16 auf dem Vorplatz geparkt.



    Bürgermeister Wilfried Glässer richtete ein paar Worte an uns. Abordnungen aus Oberschöllenbach und Steinbach waren vor Ort. Kreisbrandrat Harald Schattan ließ es sich trotz eines dicht gefüllten Terminkalenders nicht nehmen vorbeizukommen. Kreisbrandinspektor Richard Kopp, Kreisbrandmeister Heinz Horlamus und "Ausbilder" Hans Schmitt waren ebenfalls bei den für uns historischen Moment dabei.


    amtl. Kennzeichen: ERH-B 2016

    Mercedes ATEGO 1628, 280 PS, 6 Zylinder

    Aufbau Rosenbauer

    Auszug aus der Beladung:
    Chemieschutzanzüge, 14 KW Notstromaggregat, Rettungsschere und -spreizer, Hebekissen, Leckdichtkissen, 1800 l-Wassertank und Sofortschaum.



    In den folgenden Wochen bis Weihnachten wurde fleißig geübt und es wurden neue Aufgabengebiete erschlossen. Unter anderem haben wir innerhalb von nur vier Diensten vier Autos fachgerecht zerlegt.

  3. 2007

    Wir haben unser neues Fahrzeug gefeiert!
    Wir haben Oberschöllenbachs neues Fahrzeug gefeiert.
    Wir haben Heinz' Geburtstag gefeiert.
    Wir haben unsere gelungene Feier gefeiert.


    Freitag 04.05.07 spielte an 21.00 Uhr






    Am Samstag, 05.05.07 fand die offizielle Fahrzeugeinweihung unseres HLF 20/16 statt und Oberschöllenbach bekam sein neues Fahrezeug überreicht.



    Nach der feierlichen Übergabe der Fahrzeuge an die Kommandanten Uwe Herberger und Günter Fensel durch Bürgermeister Wilfried Glässer, gab es eine ökumenische Andacht und gute Wünsche vom Landrat Eberhard Irlinger, Kreisbrandrat Harald Schattan, Kreisbrandmeister Heinz Horlamus und den Vertretern der Patenwehren. Untermalt wurde der offizielle Teil vom MGV Brand und dem Posaunenchor Eschenau.




    Anschließend gab es zwei Schauübungen, bei denen der Unterschied zwischen unserem LF 8 und dem neuen HLF 20/16 demonstriert wurde.

    Angenommen wurde ein LKW-Brand. Der Angriffstrupp musste sich mit schwerem Atemschutz ausrüsten, während der Schlauchtrupp die Gerätschaften für einen Schaumangriff bereitstellte. Nachdem der Wassertrupp die Wasserversorgung sicher gestellt hatte, folgte der Befehl zum Ausleuchten der Einsatzstelle. Wassertrupp und Melder bauten gemeinsam die Lichtgiraffe auf. Dauer ca. 7 min.



    Die gleiche Ausgangssituation gab es nun für das HLF 20/16, welches aber nur mit einer Staffel besetzt war. Der Angriffstrupp traf komplett ausgerüstet an der Einsatzstelle an. Er nahm sein Mehrbereichsschaumrohr und den Schnellangriffsverteiler mit vor. Die Wasserversorgung entfiel, da auf den 2000 l-Wassertank zurückgegriffen werden konnte. Der zweite Trupp sorgte für einen B-Schlauch und half beim Anschließen der Atemschutzgeräte. Währenddessen sorgte der Maschinist per Knopfdruck an seinem Pumpenstand für Schaum, startete das 14-kW-Notstromaggregat und fuhr den Lichtmasten aus. In noch nicht einmal 5 min. konnte das Feuer gelöscht werden.



    Danach konnte man im Festzelt bei Kaffee und Kuchen, deftigen Speisen und kühlen Getränken gemütlich verweilen. Zur Unterhaltung spielte die Band "Live" mit vielen Zugaben fast bis Mitternacht.


  4. 2012

    Kindergruppe GRISU

    Am Samstag, 23. Juni, lud die Feuerwehr Brand alle Brander Grundschüler und deren Eltern zur Gründung der Kindergruppe „Grisu“ ein. Die Resonanz war überwältigend. Über den gesamten Nachmittag hinweg kamen die Dritt- und Viertklässler und belagerten die Spielstationen, während sich die Erwachsenen informierten oder Kaffee und Kuchen genossen.

    Bürgermeister Wilfried Glässer und Kreisbrandrat Harald Schattan machten ihre Aufwartung ebenso wie weitere Vertreter der Feuerwehrführung des Landkreises Erlangen-Höchstadt. Sie betonten in ihren Reden, wie wichtig ihnen die zukunftsweisende Kinder- und Jugendarbeit in der Feuerwehr Brand ist.

    Für hervorragende Startbedingungen sorgten nicht nur das tolle Wetter und die zahlreichen Gäste, sondern auch die Zuwendungen in Form von Sach- und Geldspenden, die den GRISUs zu teil wurden, helfen, dass viele Ideen umgesetzt werden können. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Markt Eckental, die Bäckerei Wiehgärtner, die Bauernmetzgerei Prütting, die Sparkasse und die Vereinigten Raiffeisenbanken.

    Großen Anklang fand die Feuerlöscherübungsanlage, an der sich Groß und Klein mit Unterstützung der aktiven Feuerwehrler am Löschen eines simulierten Brandes mit Hilfe von Feuerlöschern versuchen durften. In einer Schauübung führte eine Löschgruppe vor, wie im Ernstfall Feuer angegriffen wird. Beeindruckend war die Demonstration einer Fettexplosion.

    GRISU

    Das erste Gruppentreffen, auf das sich die „GRISUs“ schon freuen, findet am Samstag, 14. Juli , von 10-11.30 Uhr statt





  5. 2014

    Tag der offenen Tür

    Im Jahr 2014 feierte die Feuerwehr Brand erstmals einen "richtigen" Tag der offenen Tür. Dazu lud sie am Samstag, 27. September, die Bevölkerung ein.

    Schon vor dem offiziellen Beginn um 14 Uhr fand für die Lehrkräfte der Brander Grundschule und die Erzieherinnen der Kindergärten eine theoretische und praktische Einweisung in den Umgang mit Feuerlöschern statt. Elke und Roland Elm wiesen im theoretischen Teil darauf hin, wie Brände entstehen und was selbst dazu beigetragen werden kann, diese zu vermeiden. Verdeutlicht wurde dies mit Experimenten. Die Teilnehmer erfuhren auch das Verhalten im Brandfall und bekamen nochmals das richtige Absetzen eines Notrufs erklärt, ehe es an die Praxis ging. Joshua Wittmann führte den Pädagogen und Erzieherinnen vor, was passiert, wenn ein falsches Löschmittel zum Einsatz kommt. Das klassische Beispiel ist hierfür der Fettbrand, dem Wasser zugeführt wird, und der schließlich in einer "Fettexplosion" endet (für diese Vorführung diente ein Milchtopf als Beispiel, in dem sich etwa 200 ml brennendes Fett befanden). Jens und Roland Elm sowie Joshua Wittmann unterstützten die Workshop-Teilnehmer bei ihren ersten Löschversuchen mit einem Feuerlöscher an der landkreiseigenen Feuerlöscherübungsanlage. Diese war den gesamten Tag für Interessierte in Betrieb und das oben genannte Team hatte alle Hände voll zu tun.

    Im Verlauf des Nachmittags zeigten die Mitglieder der Kindergruppe Grisu vor zahlreichen Besuchern beim Aufbau eines Löschangriffs, dass sie das Zeug haben, später einmal „richtige“ Feuerwehrfrauen und -männer zu werden.

    Kommandant Uwe Herberger demonstrierte nochmals eine Fettexplosion, wie sie entstehen kann, wenn sich das Fett in einer Fritteuse entzündet. Dazu brachte er zwei Liter Fett zum Brennen, bevor er versuchte, mit Wasser zu "löschen". Das Ausmaß der Flammen war beeindruckend und erschreckend zugleich.

    Im Anschluss folgte die Schauübung der „Großen“, der auch Eckentals 1. Bürgermeisterin Ilse Dölle, Gemeinderäte sowie der Kreisbrandrat Matthias Rocca und der Kreisbrandmeister Heinz Horlamus beiwohnten.


    Hurra, die Schule brennt

    Dicht gedrängt standen im Pausenhof der Grundschule Brand die Zuschauer. Eifrige Schüler wollten bei der Übung dabei sein und sich retten lassen. Alle Lehrkräfte und die Mitarbeiterinnen der Mittagsbetreuung stellten einen Schultag nach, als es plötzlich hieß: Feueralarm.

    Geordnet verließen Lehrer und Schüler das Gebäude über die markierten Fluchtwege und trafen sich am Sammelplatz - bis auf acht Kinder und drei Betreuerinnen, die von den Einsatzkräften gefunden und in Sicherheit gebracht werden sollten. Dazu rüsteten sich mehrere Atemschutztrupps aus Brand, Eschenau und Oberschöllenbach aus. Sie durchsuchten das Schulhaus und brachten die Schüler und Betreuerinnen in Sicherheit. Um die Kinder aus dem Obergeschoss zu retten, war der Einsatz der Eschenauer Drehleiter erforderlich. Die Feuerwehren aus Ober- und Unterschöllenbach übernahmen die Brandbekämpfung. Ein Rettungswagen der BRK-Oberlandwache kümmerte sich um die "Verletzten". Nach einer halben Stunde konnte die Übung erfolgreich abgeschlossen werden. Der Traum vieler Schüler „Hurra, die Schule brennt“ blieb nur ein Traum und am Montag war wieder wie gewohnt Unterricht.

    Nach der Schauübung trafen sich alle Beteiligten und Gäste zum gemütlichen Beisammensein. Für das leibliche Wohl standen während des Tages Kaffee und Kuchen, Gegrilltes und gekühlte Getränke zur Verfügung. Die kleinen Gäste konnten sich an der Hüpfburg austoben, sich an der Zielspritzenwand als Löschmeister versuchen oder am Maltisch kreativ sein. Die Aktiven erklärten die Feuerwehrfahrzeuge und deren Beladung sowie Einsatzmöglichkeiten. In der Fahrzeughalle gab es zusätzlich eine Informationstafel zur Brander Feuerwehr.

    Nicht nur das Kaiserwetter, sondern vor allem die zahlreichen Gäste trugen dazu bei, dass der Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Brand ein voller Erfolg war.





  6. 2014

    Lagerhalle im Industriegebiet in Vollbrand

    Um 16.55 Uhr erfolgte am Montag, 3. November, die Alarmierung zu einem Betrieb im Brander Industriegebiet. Eine Lagerhalle, in der sich Paletten und Lacke befanden, stand in Vollbrand. Es waren Feuerwehren, Rettungsdienst, THW und Polizei mit über 250 Mann vor Ort, dazu kamen noch die Helfer der "Nachtschicht". Erst im Laufe des Vormittags des 4. November konnte der Einsatz beendet werden. Brandermittler der Kripo Erlangen sind dabei, die Brandursache zu finden. Der Schaden wird mit etwa 500.000 Euro angegeben.


    Im Einsatz waren:

    FF Brand, FF Eschenau, FF Forth, FF Oberschöllenbach, FF Unterschöllenbach, FF Eckenhaid, FF Großgeschaidt, FF Heroldsberg, FF Herzogenaurach, FF Kalchreuth, FF Uttenreuth, FF Weiher, FF Neunkirchen, FF Baiersdorf, FF Bubenreuth, FF Möhrendorf und FF Igensdorf Schaumlöschmitteltanker der Berufsfeuerwehr Nürnberg, Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt mit Kreisbrandrat Matthias Rocca (Einsatzleiter), die Kreisbrandmeister Heinz Horlamus, Roland Zeilinger, Klaus Funk, Jens Hammerl, Christian Bühl und Jochen Hofmockel, Pressesprecher Stefan Brunner mit Mitarbeiter Enrico Delfino

    Polizei, Polizeihubschrauber, Kripo
    BRK Erlangen
    SEG BRK Heroldsberg
    ASB
    THW


    Pressemeldung des KFV-ERH:

    Eckental-Brand (DB 3) - (Stand 05.11.2014, 23:05 Uhr)

    Eine dichte, bis Forchheim sichtbare Rauchwolke wies am Dienstagabend, 3.11.2014, kurz vor 17 Uhr den Einsatzkräften von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und dem Rettungsdienst den Weg in die Orchideenstraße in Brand, wo die Lager- und Lackierhalle eines holzverarbeitenden Betriebs in Flammen stand. Mit einem massiven Einsatz der Feuerwehren der Region konnte ein weitaus größerer Schaden verhindert werden.

    Um 16.55 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Nürnberg die Feuerwehren Brand, Eckenhaid, Eschenau, Forth, Großgeschaidt, die Unterstützungsgruppe „Örtliche Einsatzleitung" und den THW-Fachberater aus Baiersdorf sowie den Rettungsdienst zu einem Feuer im Brander Industriegebiet. Beim Eintreffen der ersten Kräfte wurde festgestellt, dass ein ca. 50 x 50 m großer und rund 8 m hoher Abschnitt der rund 6.000 qm umfassenden Halle in Vollbrand stand. Da sämtliche Tore verschlossen waren, wurde zunächst mit einer Rettungssäge ein Zugang geschaffen. Ein Innenangriff war aber zu diesem Zeitpunkt aufgrund der hohen Brandintensität schon nicht mehr möglich, zudem konnte nicht abgeschätzt werden, wie lange die Dachkonstruktion aus Stahlträgern den Flammen noch standhalten würde. In der Nähe der Brandwand zum nächsten Hallenabschnitt war ein Streifen des Blechdachs bereits in die Halle gestürzt. Dieser hatte sich jedoch über das Brandgut gelegt, so dass auch von der Drehleiter aus kein Löscherfolg erzielt werden konnte.

    Da für eine effektive Brandbekämpfung mit einem sehr hohen Bedarf an Löschwasser und Atemschutzgeräteträgern gerechnet werden musste, erfolgte um 17.03 Uhr die Nachalarmierung weiterer Einsatzkräfte der Feuerwehren Heroldsberg, Ober- und Unterschöllenbach sowie den Löschzug der Feuerwehr Herzogenaurach mit einem zusätzlichen Großtanklöschfahrzeug und einem Gerätewagen, der unter anderem weiteres Material zur Atemschutzlogistik mit heranführte.

    Der Einsatzleiter, Kreisbrandrat Matthias Rocca, wurde durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung sowie die Kreisbrandmeister Heinz Horlamus, Klaus Funk, Jens Hammerl, Christian Bühl und Jochen Hofmockel sowie Pressesprecher Stefan Brunner unterstützt. Dazu wurde in einiger Entfernung zum Brandobjekt eine Befehlsstelle mit den Einsatzleitwagen von Feuerwehr, BRK und THW gebildet, an der alle Rückmeldungen zusammenliefen und in kurzen Abständen die Lage jeweils neu beurteilt und notwendige Maßnahmen mit der Polizei und mit Eckentals 1. Bürgermeisterin Ilse Dölle koordiniert wurden. Hierzu gehörten unter anderem die Einteilung der Einsatzstelle in verschiedene Einsatzabschnitte zur Wasserförderung und Brandbekämpfung von verschiedenen Seiten. Erstmals wurde dabei bei einem derart großen Brandeinsatz auf der Einsatzführungsebene mit Digitalfunk gearbeitet. Durch den regionalen Energieversorger wurde der Betrieb von Strom- und Gasversorgung getrennt, um die Einsatzkräfte nicht zusätzlich zu gefährden.

    Zur großräumigen Ausleuchtung und Stromversorgung an der Einsatzstelle im Industriegebiet wurden die Gerätekraftwagen mit Flutlichtanhänger und ein Kranfahrzeug des THW Baiersdorf in Marsch gesetzt. Um 17.51 Uhr wurde die Alarmstufe ein weiteres Mal erhöht, um den hohen Löschwasserbedarf zu decken, dabei wurden die Feuerwehren aus Kalchreuth, Neunkirchen am Brand, Uttenreuth und Weiher zur Einsatzstelle beordert. Zu diesem Zeitpunkt waren 2 Wasserwerfer über Drehleitern, 2 tragbare Wasserwerfer, 2 B-Rohre und 3 C-Rohre im Einsatz, teilweise auch vom Dach einer benachbarten Halle aus. Die Wasserversorgung konnte nur zum Teil über Hydranten sichergestellt werden, deshalb war der Aufbau mehrerer langer Schlauchstrecken mit Verstärkerpumpen von der Schwabach und einer Zisterne zur Einsatzstelle notwendig.

    Da nicht abzuschätzen war, wie lange eine quer durch die Halle verlaufende Brandwand den Flammen Widerstand bieten würde und die Gefahr des Übergreifens auf den nächsten Brandabschnitt bestand, wurde seitens der Einsatzleitung in Absprache mit der Polizei beschlossen, eine Hallenwand aus Trapezblech mittels eines Baggers zu öffnen, um an die brennenden Palettenstapel besser heran zu kommen. Mit der Wärmebildkamera eines Polizeihubschraubers wurden dazu aus der Luft Spezialaufnahmen angefertigt, die die Brandausweitung unterhalb des Daches erkennen ließen. Mit einem Wassernebel vor der Hitze geschützt, zog der geübte Baggerführer eine Wand nach der anderen weg. Teilweise gelang es ihm auch, brennende Paletten zu erfassen und außerhalb der Halle abzulegen, wo sie leicht abgelöscht werden konnten.

    Um einen besseren Löscherfolg zu erzielen, wurde dann mit dem Schaum-/Wasserwerfer des Herzogenauracher Tanklöschfahrzeugs sowie einem weiteren tragbaren Schaum-Wasser-Werfer ein massiver Löschangriff durch die geschaffenen Öffnungen begonnen. Hierzu wurden von der Berufsfeuerwehr Nürnberg zusätzlich 4500 l Schaummittel an die Einsatzstelle gebracht und eingespeist. Zu Spitzenzeiten wurden damit in allen Einsatzabschnitten zusammen rund 5.000 l Wasser pro Minute verbraucht.

    Gegen 22.10 Uhr zeigte der Löschangriff dann Wirkung. Nachdem die Flammen immer weiter erstickt werden konnten, war auch ein Innenangriff mit zwei weiteren Wasserwerfern durch die auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Tore möglich, und so konnte der Brand letztendlich unter Kontrolle gebracht werden. Dabei zeigte sich nach dem Abziehen des Rauches das sprichwörtliche „Glück des Tüchtigen", stand doch in der Halle ein gasbetriebener Gabelstapler, dessen Druckgasflaschen trotz der enormen Hitzeentwicklung nicht explodiert waren.

    Zur sofortigen Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der benutzten Atemschutzgeräte wurde durch den „Atemschutz", Roland Zeilinger, in Zusammenarbeit mit der FF Herzogenaurach und zwei Aktiven der FF Eschenau eine Atemschutz-Sammelstelle eingerichtet, von der aus die Atemluftflaschen im Pendelverkehr zum Befüllen ins Feuerwehrhaus Eschenau gebracht wurden. Insgesamt 144 Atemluftflaschen wurden allein dort befüllt, 80 Atemschutzgeräteträger kamen zum Einsatz, davon allein 33, darunter 2 Frauen, aus der Marktgemeinde Eckental.

    Die Ablösung der erschöpften Einsatzkräfte erfolgte dann durch die gegen 23.15 Uhr alarmierten Feuerwehren Baiersdorf, Bubenreuth, Igensdorf und Möhrendorf, die mit ausgeruhten Atemschutzgeräteträgern die Nachlöscharbeiten übernahmen, während der Großteil der anderen Feuerwehren sukzessive aus dem Einsatz herausgelöst werden konnte, der sich noch bis in den späten Vormittag des 4. November hinziehen sollte. Gegen 6 Uhr wurde die Einsatzstelle von der örtlich zuständigen Feuerwehr Brand sowie den am Abend bereits eingesetzten Wehren aus der Marktgemeinde Eckental sowie Kräften der FF Heroldsberg wieder übernommen und noch bis gegen 11 Uhr weitere Restlöscharbeiten durchgeführt.

    Seitens des Rettungsdienstes waren zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und vier Rettungswagen von ASB und BRK, der diensthabende Einsatzleiter Rettungsdienst sowie die Unterstützungsgruppe „Sanitätseinsatzleitung" vor Ort. Glücklicherweise wurde bei dem Brand niemand verletzt. Die Schnelleinsatzgruppe „Betreuung" des BRK Heroldsberg übernahm die vorbildliche Versorgung der weit über 250 Einsatzkräfte mit warmen Essen und Getränken. Eine Bäckerei aus Brand stellte dazu in großem Rahmen und schnell Backwaren zur Verfügung, von einer örtlichen Metzgerei wurden Wurstwaren bereitgestellt. Eine Tankstelle im Ort sorgte während der ganzen Nacht für genügend Treibstoff für Feuerwehrfahrzeuge, Pumpen und Stromaggregate.

    Dank des schnellen und konzertierten Eingreifens der 230 beteiligten ehrenamtlichen Feuerwehrleute, 21 Helfer des THW und 32 Rettungsdienstmitarbeiter konnten so zwei Drittel der Produktions- und Lagerhalle sowie ein daneben befindliches Gefahrstofflager und geparkte LKW vor den Flammen bewahrt werden.

    Am Nachmittag des 5. November wurde das HLF 20/16 der FF Brand erneut alarmiert, nachdem die Kriminalpolizei bei ihren Ermittlungen zur Brandursache auf immer noch bestehende Glutnester gestoßen war. Der Folgeeinsatz zusammen mit dem noch vor Ort befindlichen THW zog sich erneut über rund zwei Stunden hin.

    Die Höhe des Sachschadens wurde mittlerweile mit rund einer halben Million Euro angegeben. Über die Brandursache können noch keine Angaben gemacht werden.







  7. 2017

    Ein neues Kapitel aufgeschlagen

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    Uwe Herberger hatte seit 20 Jahren das Amt des 1. Kommandanten inne. Er entschied sich, die Geschicke der Feuerwehr Brand nun in jüngere Hände zu übergeben. Bei der Dienstversammlung, deren Vorsitz Bürgermeisterin Ilse Dölle hatte, wählten die Aktiven am Samstag, 14. Januar 2017, Rainer Rauh zum 1. Kommandanten und bestätigten Andreas Utschig als dessen Stellvertreter.

    Ilse Dölle bedankte sich bei Uwe Herberger für seine stets sachliche Art und bestätigte ihm, dass er „seinen Laden“ im Griff hatte. Im Gegenzug gratulierte sie Rainer Rauh und Andreas Utschig zur Wahl. Die Bürgermeisterin wünschte ihnen gutes Gelingen bei allen anstehenden Aufgaben.

    Uwe Herberger bedankte sich bei den Führungsdienstgraden und der Mannschaft für die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit. Er wünschte seinem Nachfolger ebenfalls alles Gute.

    Bei der anschließenden Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Brand gab es einen kleinen Rückblick auf die beiden Jahrzehnte seines Wirkens. Die Gruppenführer überreichten ihm ein Andenken an seine Kommandantenzeit. Für ein Abschiedsgeschenk war es noch zu früh, denn Uwe Herberger will sich noch nicht auf das Altenteil zurückziehen, sondern steht den Aktiven weiterhin zur Seite.